
Das Buch von Christopher D. Salyers “Face Food: The Visual Creativity of Japanese Bento Boxes” beschäftigt sich mit einer speziellen Bento-Unterart, den Charaben. Charakter-Bentos. Soll das Auge schon bei normalen Bentos mitessen, ist ein Charaben meistens einem Thema und noch eher einer bestimmten Figur aus der populären Kultur gewidmet.
Um die Figur darstellen zu können werden Onigiri speziell geformt, die Lebensmittel aufwendig arrangiert oder Motive mit dem Künstlermesser aus Nori geschnitten. Manchmal werden sie aber auch mit speziellen Lebensmittelstiften auf eine Scheibe Käse, Tofu oder Wurst aufgemalt.
Der Autor hat beeindruckende Bilder von Charabens gesammelt und stellt diese in seinem Buch vor.
Der Anleitungsteil ist sehr knapp gehalten und umfasst gerade mal 6 von rund 80 Seiten. Meistens befindet sich bei den Bildern eine Liste der verwendeten Zutaten, hin und wieder gar eine kurze Notiz zur Entstehung.
Wer aufmerksam die einschlägigen Flickr-Gruppen verfolgt, dem kommen einige Bilder sehr, sehr bekannt vor und man kann erraten welche Quelle Christopher D. Salyers genutzt hat.
Das könnte man kritisieren, aber ich denke das Ziel den Blick der Öffentlichkeit auf diese faszinierende Kunstform zu richten ist mit “Face Food” gelungen. Immerhin berichtete sogar die Zeit mit einer Fotostrecke über das Buch, während Bento-Boxen in Deutschland ansonsten noch kein Thema der Medien sind.
Braucht man “Face Food” im eigenen Regal? Jain. Möchte man sich nur tolle, kreative Bentos ansehen, gehe man zu Flickr. Möchte man etwas in der Hand halten um es Freunden und Verwandten auch offline unter die Nase halten zu können, sollte man zugreifen. Inspirierend ist das Buch allemal.
Nachtrag:
Es gibt auch ein Blog zum Buch “Face Food”.











